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Anwendungsfall · Ladungssicherung

Ladungssicherung abschätzen – je Palettenreihe und nach jedem Stopp

Wie viele Gurte eine Ladung beim Niederzurren braucht, hängt von Masse, Reibung, Zurrwinkel und Vorspannkraft ab – und davon, ob die Stirnwand einen Teil der Last aufnehmen darf. JetPallet schätzt die Zahl der Niederzurrgurte nach dem Rechenansatz der EN 12195-1 je Palettenreihe, bewertet die Stirnwand in Anlehnung an EN 12642 und rechnet bei Mehrstopp-Touren die Restladung nach jedem Stopp neu. Das Ergebnis ist eine Planungshilfe, keine Freigabe.

1200 mm800 mm1410 mm
Sortenreine Palette: 40 Kartons in 5 Lagen mit Zwischenlagen, Kantenschutz und Umreifung. Illustration, gerechnet mit dem Web-Rechner dieser Seite.

Ablauf

So geht es in JetPallet.

  1. 1

    Fahrzeug planen

    Plane die Belegung unter „Mischartikel & Mehrstopp planen“. Jede Palette braucht eine bekannte Masse; Paletten ohne Masse werden nicht berechnet und die Summe als unvollständig gekennzeichnet.

  2. 2

    Eingaben festlegen

    Gib die Vorspannkraft (STF) des Gurts ein – Standard 500 daN –, den Zurrwinkel (Standard 60°), die Reibpaarung und den Aufbau der Stirnwand. Ist die Reibpaarung unbekannt, rechnet JetPallet mit μ = 0,2; eine Antirutschmatte mit 0,6.

  3. 3

    Ergebnis je Reihe lesen

    Paletten, die sich in Längsrichtung überschneiden, bilden eine Reihe. Für jede Reihe siehst du die Gurte je Richtung, ob sie nach vorn formschlüssig steht, die Summe und alle Warnungen, etwa zu Lücken oder fehlender Abstützung.

  4. 4

    Stopps durchgehen

    Bei Mehrstopp-Plänen wird die Restladung nach jedem Stopp neu bewertet: Formschluss ja oder nein und die Zahl der Gurte, mit der Aufforderung, nach jeder Teilentladung neu zu sichern.

  5. 5

    Ins PDF übernehmen

    Auf Wunsch hängt JetPallet dem Fahrzeug-Ladeplan eigene Seiten „Ladungssicherung – Abschätzung“ an: Haftungshinweis, Eingaben, Formel, Tabelle je Reihe und Hinweise.

Warum die Gurtzahl schon bei der Planung zählt

Beim Niederzurren drücken Gurte die Ladung auf die Ladefläche; erst die so erhöhte Reibung hält sie beim Bremsen, in Kurven und beim Anfahren. Bei glatter Reibpaarung und schweren Paletten braucht es schnell mehr Gurte, als der Lkw an Bord hat. Steht die Ladung dagegen formschlüssig an einer belastbaren Stirnwand, braucht es nach vorn deutlich weniger.

Bei Mehrstopp-Touren kommt hinzu: Nach jeder Teilentladung entstehen Lücken, der Formschluss geht verloren, und die verbliebenen Paletten müssen neu gesichert werden. Wer das schon im Ladeplan sieht, kann Paletten anders anordnen oder Hilfsmittel wie Antirutschmatten einplanen.

Was du am Ende in der Hand hast

  • Abschnitt „Ladungssicherung (Abschätzung nach DIN EN 12195-1)“ im Fahrzeugdialog
  • Optionale Seiten im Fahrzeug-Ladeplan-PDF mit Haftungshinweis
  • Bewertung der Restladung nach jedem Stopp
  • Kipphinweis je Palette im Fahrzeug-PDF (Schätzung)
  • Sicherungsmittelverzeichnis mit externen Belegen als PDF

Im Detail

Im Detail

01

Niederzurren je Palettenreihe

Gerechnet wird je Richtung mit den Beiwerten für den Straßenverkehr: vorwärts 0,8, rückwärts und seitlich 0,5, mit Sicherheitsbeiwerten 1,25 vorwärts und 1,1 seitlich und rückwärts. Die Gurte einer Reihe laufen quer über alle Paletten dieser Reihe; maßgeblich ist die ungünstigste Richtung.

Niederzurren je Palettenreihe
Echte JetPallet-Oberfläche.

02

Formschluss nur mit lückenloser Kette

Eine Palette gilt nach vorn als abgestützt, wenn sie an der Stirnwand steht oder lückenlos an einer bereits abgestützten Palette anliegt – mit mindestens 100 mm Überlappung in der Breite. Fehlt das Glied in der Kette, wird die ganze Reihe auch nach vorn niedergezurrt. Seitlich und rückwärts wird immer gerechnet, weil über Seitenwände und Türen nichts angenommen wird.

03

Stirnwand nach EN 12642

Die Stirnwand gilt standardmäßig als nicht belastbar. Wählst du Code L, sind 40 % der Nutzlast zulässig, höchstens 5.000 daN; bei Code XL 50 %. Alternativ gibst du einen eigenen Wert ein, etwa aus dem Aufbau-Zertifikat. Die Nutzlast kommt aus dem Laderaumprofil, nicht aus deiner Planungsgrenze. Ist die Stirnwand überlastet, rechnet JetPallet die betroffenen Reihen konservativ mit voller Masse nach vorn.

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Beispiel mit Annahmen

Zwei Reihen mit 1.000 kg und 500 kg an einer Stirnwand mit unbekanntem Aufbau, Reibung unbekannt (μ = 0,2), 500 daN STF, 60° Zurrwinkel: Maßgeblich ist vorwärts, es ergeben sich 5 und 3 Gurte, zusammen 8. Mit Antirutschmatte oder einer belastbaren Stirnwand sieht das Ergebnis anders aus – genau dafür ist die Abschätzung da.

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Weitere Hinweise

Ergänzend gibt es eine Abschätzung für das Direktzurren (Schräg- und Diagonalzurren) und Hinweise zu Seiten- und Rückwand nach EN 12642; bei Flat-Rack-Containern gilt die Seitenwand als unbekannt. Der Kipphinweis je Palette aus dem Verhältnis Breite zu Höhe ist eine Schätzung mit Beiwerten aus Sekundärquellen, keine geometrische Standsicherheitsprüfung. Im Werkzeug „Sicherungsmittel“ verzeichnest du Kantenschutz, Umreifung, Folie oder Antirutschmatten und ordnest externe Belege zu.

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Nachweispaket für Sicherungsbelege

Externe Belege wie Prüfberichte oder Zertifikate bindest du mit einer SHA-256-Prüfsumme an das Sicherungsmittelverzeichnis. Das Nachweispaket bündelt Projekt- und Lösungsstand, Verzeichnis, neu ausgewerteten Bericht und Belege; beim Import wird das ganze Paket geprüft und erst nach deiner Bestätigung übernommen. Der Status „extern nachgewiesen“ gilt nur laut deiner Zuordnung – JetPallet bewertet die Belege nicht inhaltlich.

Fragen

Häufige Fragen.

Wie viele Zurrgurte braucht eine Palette?

Das hängt von Masse, Reibpaarung, Zurrwinkel, Vorspannkraft des Gurts und davon ab, ob die Palette formschlüssig an einer belastbaren Stirnwand steht. Mit unbekannter Reibung und ohne Formschluss sind es schnell mehrere Gurte je Reihe; eine Antirutschmatte senkt die Zahl deutlich.

Rechnet JetPallet verbindlich nach der Norm?

JetPallet schätzt nach dem Rechenansatz der EN 12195-1 ab. Die Werte stammen aus Sekundärquellen und sind nicht am Normtext geprüft. Das Ergebnis ist eine Planungshilfe und ersetzt keine Prüfung durch eine befähigte Person.

Warum zählt die Stirnwand standardmäßig nicht?

Weil ohne Angabe nicht bekannt ist, wie viel sie aufnehmen darf. Erst mit Code L, Code XL oder einem eigenen Wert und einer bekannten Nutzlast rechnet JetPallet den Formschluss an.

Muss ich nach einem Stopp neu sichern?

In der Regel ja, denn nach einer Teilentladung entstehen Lücken und der Formschluss geht verloren. JetPallet zeigt für jeden Stopp, wie sich Formschluss und Gurtzahl ändern.

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